MOTHER MADONNA ME

26.07.-23.08.2025 – Mit MOTHER MADONNA ME versammelt die Galerie Obrist sechs künstlerische Positionen, die sich einem der grundlegendsten und zugleich vielschichtigsten Themen unserer Gesellschaft widmen: dem Muttersein. Werke von Kayoon Anderson, Wiebke Bartsch, Marcela Boehm, Katharina Bosse, Judith Samen und Annie Wang eröffnen differenzierte Perspektiven auf ein Bild, das kulturell tief geprägt und zugleich im Wandel begriffen ist. Zwischen Ideal und Realität, Intimität und gesellschaftlicher Erwartung entstehen neue Narrative von Mutterschaft. Die Ausstellung macht sichtbar, wie eng persönliche Erfahrung und politische Dimension miteinander verwoben sind. Dabei werden tradierte Rollenbilder ebenso hinterfragt wie erweitert. Eine vielschichtige Auseinandersetzung, die den Blick auf Fürsorge, Körperlichkeit und kreative Schöpfung neu schärft.

MOTHER MADONNA ME
Kayoon Anderson, Wiebke Bartsch, Marcela Boehm, Katharina Bosse, Judith Samen, Annie Wang
26. Juli – 23. August 2025 / 30. August 2025 (Finissage)
Ausstellungseröffnung Freitag, 25. Juli 2025, 19 Uhr

Die Ausstellung berührt ein aktuelles gesellschaftspolitisches Thema, bei dem das Persönliche zugleich politisch ist: das Muttersein. In Skulptur, Malerei, Fotografie und textilen Arbeiten erforschen fünf Künstlerinnen kulturelle Prägungen durch (historische) Mutterbilder, befragen ihre eigenen Vorstellungen von Mütterlichkeit und erfinden neue Bilder von Mutterschaft. Dabei geht es vom häufig verklärten Mutterideal der Madonna, über die sprichwörtlichen Rabenmütter hin zu Bildern, die die Körperlichkeit und das Miteinander von Mutter und Kind in den Blick nehmen. In den Kunstwerken scheinen Assoziationen zum Animalischen und Grotesken auf, z. B. wenn Grundbedingungen des Menschseins, das Gebären und Nähren, nicht tabuisiert, sondern thematisiert werden. Aber auch die Perspektive auf Kreativität und (künstlerische) Schöpfungskraft verändert sich durch Künstlerinnen, die ihr eigenes Muttersein und damit auch den co-produktiven Charakter kreativer Prozesse ins Bild bringen.
Die Ausstellung ist das Ergebnis eines Kooperationsprojekts zwischen der Galerie Obrist und zwei fächervernetzenden Projektseminaren der Universität Duisburg-Essen aus den Fachbereichen Kunstwissenschaft und Germanistische Literaturwissenschaft. Sie wird von Studierenden der Seminare „Mutterbilder in Literatur und Kunst“ unter der Leitung von Dr. Sabine Kampmann und Dr. Liane Schüller kuratiert.