Slava Seidel und Christian Boltanski ab 9. September

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Slava Seidel, geboren 1974 in Krivoj Rog, Ukraine, lebt und arbeitet in Frankfurt/ Main.
2009 Meisterschülerin bei Christa Näher
2002-08 Hochschule der Bildenden Künste, Städelschule Frankfurt/ Main
1996 Arbeit als Bühnenbildnerin

1991-95 Innenarchitektur, Rerich College, St. Petersburg
Slava Seidels Bilder sind surreale Phantasien, die an die Grotesken von Tintoretto, Goya und vor allem G.B. Piranesi erinnern. Ihre “unmöglichen” Architekturen sind die Bühne für verschiedenste Traumfiguren, die ins Undeutbare übersteigert sind. Die rätselhaften Szenarien entfalten eine subtile Symbolkraft, die uns – jenseits aller postsurrealistischer Banalität – im Innersten anrührt. In einer unverkennbaren Handschrift setzt Seidel ihr “Traumrevier” mit Sepiatusche auf die Leinwand, mit beeindruckend leichter Hand und buchstäblich “traumwandlerischer” Sicherheit.


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Christian Boltanski, geb. 1944 in Paris, ist durch seine Skulpturen, Fotografien, Installationen, Malereien und Filme bekannt geworden. Aktuell bespielt er den französischen Biennale-Pavillon mit einem Soloprojekt. In den 70er Jahren lag sein Hauptinteresse in der Fotografie: Er benutzte die Kamera, um seinen Ausdruck von frühkindlicher Aktion, Reaktion und Bewußtsein aufzuzeichnen und zu untersuchen. Mit diesen bildlichen Darstellungen und begleitenden Texten schuf er die “Reconstitution”-Serie. In jenen frühen Jahren war er vom Autobiografischen fasziniert, und so konservierte er über die Zeiten einige seiner Kindesaktionen. Durch die Inszenierung als Erwachsener erscheinen sie noch obskurer und alberner. Jede Aktion ist zeitlich exakt verortet, notiert und beschrieben, als wäre sie Teil einer wissenschaftlichen Studie. Der Grund für die Aufzeichnung gerade dieser Erfahrungen bleibt unklar, da sie alltäglich und banal erscheinen. Es ist scheinbar so, als übe Boltanski sich buchstäblich in Dokumentation: Er zeigt uns seine ausgesprochene Faszination für forensische Wissenschaft, und bereitet uns auf die späteren Arbeiten vor, die als unechte Dokumente auf seine persönliche Geschichte und die aller verweisen.

SLAVA SEIDEL – TRAUMREVIER
CHRISTIAN BOLTANSKI – RECONSTITUTION
10. September – 15. Oktober 2011
Ausstellungseröffnung Freitag, 9. September 2011, 19 Uhr

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