Ausstellungsrundgang Peter Schlör

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Schon seit 25 Jahren arbeitet Schlör im Medium der Fotografie, und ist dabei stets der Schwarzweißfotografie treu geblieben. In seiner Auffassung offenbaren die Dinge im scharfen Gegenüber von Schwarz und Weiß ihre grafische und innere Struktur. Schlör erhöht in seinen Bildern die Kontraste, vertieft die Schatten. Dadurch verstärkt sich der Eindruck entrückter, fast surrealer Orte.
Schlör sagt: „Das Schwarz in meinen Bildern steht für den Raum an sich: den unendlichen Außenraum, den hermetischen Innenraum, die bodenlose Tiefe. Ein Raum, der so weit und tief ist, dass kein Licht je aus ihm zurückkehrt. Das Schwarz kann Ängste auslösen aber auch faszinieren: Die Angst zu fallen und sich in der Dunkelheit zu verlieren, verschluckt zu werden vom Abgrund des ganz und gar Unbekannten, gleichzeitig aber die Faszination des Unbekannten und Unberührbaren.“

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Schlör ist bekannt geworden mit seinen klaren grafischen Linien und Flächen, einer Modellierung aus dem Schatten heraus, systematischem und seriellem Vorgehen, wie beispielsweise bei seinen Panoramen. In den Bildern seit 2007 bekommt nun auch das Weiß ein ganz neues Gewicht. Jetzt tauchen Wolken und verdichtete Nebel verstärkt auf. Die Landschaften verschwimmen, schwarz und weiß verlaufen ineinander.

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Damit einher geht eine Dramatisierung der Landschaft, die an die Konzeption der romantischen Landschaftmalerei erinnert. Schlör ist stets auf der Suche nach der erhabenen Landschaft als Ort der Kontemplation, dort erfährt er etwas über sich selbst, das sonst nicht zum Vorschein kommt – ein Transformationsprozess im Dialog mit der Natur kommt in Gang. Das Sichtbarwerden dieses romantischen Elementes begann für Peter Schlör mit dem Bild „Bellenkrappen“.

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Der Blick in einen Tümpel auf einem Mannheimer Spaziergang offenbart eine Komposition, die in vielem an die „Kreidefelsen“ von Caspar David Friedrich erinnert. Als Schlör dieses Bild machte, war ihm diese auffällige Ähnlichkeit aber überhaupt nicht bewusst. Vielmehr erfasste er intuitiv dieses besondere Bild im Beiläufigen, oder wie Schlör sagt: „Nicht ich finde die Bilder, sondern die Bilder finden mich!“

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29.05.-03.07.2010 – Peter Schlör: Deep Black / Bright White. Fotoarbeiten.

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